{"id":263,"date":"2026-10-16T17:02:16","date_gmt":"2026-10-16T17:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/rm16bleibt.org\/?p=263"},"modified":"2026-10-16T19:29:26","modified_gmt":"2026-10-16T19:29:26","slug":"raumungsklage-verloren-euer-konflikt-unser-aller-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rm16bleibt.org\/?p=263","title":{"rendered":"R\u00e4umungsklage verloren &#8211; Euer\u00a0Konflikt\u00a0&#8211; Unser\u00a0aller Problem!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die meisten von uns&nbsp;wohnen seit&nbsp;zwei Jahren,&nbsp;manche von uns schon 4,5 Jahre, in der&nbsp;RM16 &#8211;&nbsp;einem&nbsp;Projekt&nbsp;des&nbsp;Mietsh\u00e4usersyndikats. Seit anderthalb Jahren befinden wir uns in einer Situation, die&nbsp;wir uns nicht haben tr\u00e4umen lassen.&nbsp;Sie begann damit, dass wir problematisches Verhalten von&nbsp;zwei alteingesessenen Bewohnenden&nbsp;kritisiert haben.&nbsp;Ihre&nbsp;Reaktion&nbsp;darauf:&nbsp; die&nbsp;Forderung&nbsp;unseres &nbsp;Auszugs, &nbsp; die&nbsp;K\u00fcndigung&nbsp;unserer&nbsp;Mietvertr\u00e4ge und&nbsp;6&nbsp;Klagen&nbsp;vor&nbsp;Gericht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestern&nbsp;hat das Gericht die&nbsp;R\u00e4umungsklage&nbsp;bewilligt,&nbsp;die die&nbsp;zwei&nbsp;langj\u00e4hrigen &nbsp;Bewohnenden&nbsp;gegen &nbsp;die restliche Hausgemeinschaft eingereicht haben. Das Gericht hat damit&nbsp;entschieden, 9 Menschen auf die Stra\u00dfe zu setzen,&nbsp;darunter&nbsp;eine&nbsp;Jugendliche.&nbsp;Eine Familie mit Kind ist schon vor ca. einem Jahr woanders untergekommen, da sie&nbsp;ihr Kind sch\u00fctzen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.&nbsp;Die Grundlage des Kapitalismus:<\/strong>&nbsp;Durch harte Arbeit verdienst du&nbsp;dir&nbsp;das Recht auf Privateigentum. Ein Recht, das andere von gesellschaftlicher Teilhabe ausschlie\u00dft und&nbsp;das&nbsp;das&nbsp;Individuum&nbsp;\u00fcber&nbsp;die&nbsp;Gemeinschaft&nbsp;stellt&nbsp;&#8211;&nbsp;die&nbsp;Verwandlung&nbsp;von&nbsp;Gemeingut in privaten Grundbesitz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung von&nbsp;der Hausbesetzungsbewegung zur Institutionalisierung von Hausprojekten in Deutschland hatte verschiedene Konsequenzen: Politisch&nbsp;wurde&nbsp;der Kampf um&nbsp;Wohnraum&nbsp;f\u00fcr&nbsp;alle (damals noch gegen Staat und Kapital)&nbsp;verschoben zu &#8220;Wir kaufen oder bauen uns ein Haus.&#8221; &nbsp;Letzteres&nbsp;erm\u00f6glicht&nbsp;in&nbsp;der&nbsp;Praxis&nbsp;Machtstrukturen. Diese werden zwar bestenfalls&nbsp;als notwendige Formalit\u00e4ten betrachtet, aber tats\u00e4chlich sehen wir&nbsp;gerade, dass&nbsp;Menschen diese&nbsp;ganz&nbsp;bewusst &nbsp;ausnutzen.&nbsp;Einer&nbsp;der&nbsp;beiden langj\u00e4hrigen Bewohner*innen hat&nbsp;sich \u00fcber Jahre sowohl in Vereinsvorstand als auch in die (alleinvertretungsberechtigte) Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung gebracht. Somit hat er in der RM16 jegliche legale&nbsp;Machtposition inne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in einem Projekt, was \u00fcber viele Jahre besteht, in dem es st\u00e4ndig Fluktuation gibt, Wissen weitergegeben werden muss etc.,&nbsp;braucht es eine&nbsp;kontinuierliche Auseinandersetzung, in der die eigenen Werte und Lebensvorstellungen mit denen des Kollektivs abgeglichen werden. Ansonsten passiert es im schlimmsten Fall, dass Menschen aus der Arbeit, die sie in das Projekt gesteckt haben,&nbsp;pers\u00f6nliche&nbsp;Besitzanspr\u00fcche ableiten. Werden entstehende Hierarchien nicht versucht abzubauen, kann es Realit\u00e4t werden, dass Machtpositionen dazu verwendet werden, juristisch&nbsp; gegen&nbsp;alle&nbsp;anderen&nbsp;Bewohner*innen vorzugehen, um&nbsp;die&nbsp;eigenen Interessen durchzusetzen. Das ist uns&nbsp;gerade in der RM16 passiert.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Das Kollektiv:<\/strong>&nbsp;Wenn du&nbsp;dich&nbsp;entscheidest Teil eines Kollektivs zu sein, gibst du&nbsp;bestimmte Teile deiner individuellen Freiheit ab. Die eigene Freiheit&nbsp;endet&nbsp;dort,&nbsp;wo die&nbsp;eines&nbsp;anderen&nbsp;Menschen&nbsp;beginnt. Wenn&nbsp;du also&nbsp;Teil eines Kollektivs sein&nbsp;willst,&nbsp;musst&nbsp;du&nbsp;Kompromisse eingehen.&nbsp;Das&nbsp;bedeutet&nbsp;auch,&nbsp;das&nbsp;dein&nbsp;Verhalten&nbsp;innerhalb&nbsp;des Kollektivs Konsequenzen nach sich&nbsp;zieht. Doch&nbsp;das&nbsp;wird nicht nur von den beiden langj\u00e4hrigen Bewohnenden ignoriert, die die ganze Hausgemeinschaft rauswerfen, sondern auch von Seiten des Mietsh\u00e4usersyndikats.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.&nbsp;Problematisches Verhalten: <\/strong>Was machen wir,&nbsp;wenn das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr&nbsp;fehlt,&nbsp;dass in solidarischen Beziehungen das&nbsp;Geben&nbsp;und&nbsp;Annehmen&nbsp;von Kritik die&nbsp;Grundlage&nbsp;f\u00fcr&nbsp;Vertrauen ist und Voraussetzung daf\u00fcr, nach den geteilten Werten zu leben und sich darin weiterzuentwickeln? Was k\u00f6nnen wir f\u00fcr Konsequenzen ziehen, wenn Personen sich der Reflexion und Ver\u00e4nderung des eigenen Verhaltens v\u00f6llig versperren?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In&nbsp;Gespr\u00e4chen mit ehemaligen Mitbewohnenden best\u00e4tigten diese unsere Erfahrungen mit den&nbsp;beiden alteingesessenen Bewohnenden. Das&nbsp;Problem&nbsp;bestand&nbsp;schon&nbsp;lange bevor wir eingezogen sind.&nbsp;Auch f\u00fcr die Letzten wurde es sp\u00e4testens&nbsp;dadurch sichtbar, dass im Haus nur noch drei Erwachsene wohnten, bevor wir eingezogen sind.&nbsp;<br><br>Das&nbsp;Verhalten&nbsp;der&nbsp;beiden ist&nbsp;teilweise \u00fcber Jahre&nbsp;stadtbekannt. Bevor die beiden ihre formale Macht missbrauchten, haben sie informelle Hierarchien genutzt, um von&nbsp;ihnen&nbsp;ungewollte Mitbewohnende rauszumobben. Sexistisches, rassistisches, klassistisches Verhalten, Manipulation und Kontrolle sind nur ein Teil des Problems. Grenz\u00fcberschreitendes Verhalten des&nbsp;langj\u00e4hrigen&nbsp;Mitbewohners,&nbsp;wie nachts unter&nbsp;Drogeneinfluss in die&nbsp;Zimmer&nbsp;eines&nbsp;Kindes&nbsp;und einer Jugendlichen einzudringen,&nbsp;ist&nbsp;die Spitze des Eisbergs. Immer&nbsp;verlie\u00dfen&nbsp;die betroffenen Personen das Haus.&nbsp;Solidarit\u00e4t aus der Szene&nbsp;h\u00e4tte hier Verantwortungs\u00fcbernahme bedeuten m\u00fcssen. Doch&nbsp;tats\u00e4chliche Konsequenzen f\u00fcr die langj\u00e4hrigen Bewohnenden gab es so gut wie nie. Gewaltvolles Verhalten wird als pers\u00f6nlicher Konflikt deklariert, in dem&nbsp;sich besser&nbsp;nicht positioniert&nbsp;wird. Und au\u00dferdem k\u00f6nne man&nbsp;denjenigen,&nbsp;der&nbsp;einen&nbsp;schon&nbsp;seit&nbsp;Jahren&nbsp;im&nbsp;MHS&nbsp;beraten&nbsp;hat, ja&nbsp;nicht &#8220;in&nbsp;die&nbsp;Pfanne&nbsp;hauen&#8221;.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab in&nbsp;den&nbsp;letzten&nbsp;10&nbsp;Jahren&nbsp;mehrere Schiedsverfahren, Mediationsversuche&nbsp;und&nbsp;die Ausarbeitung eines Binnenvertrags. <br>Das&nbsp;Mietsh\u00e4usersyndikat in Dresden war nah an den Problemen dran&nbsp;und wusste Bescheid.&nbsp;Nur &nbsp;schienen sie&nbsp;den&nbsp;langj\u00e4hrigen&nbsp;Bewohner*innen &nbsp;in&nbsp;den&nbsp;meisten&nbsp;F\u00e4llen&nbsp;n\u00e4her&nbsp; zu&nbsp;sein&nbsp;als&nbsp;den &nbsp;Betroffenen.&nbsp;Man k\u00f6nnte sich fragen,&nbsp;warum&nbsp;die&nbsp;Dresdner&nbsp;MHS-Beratung&nbsp;nicht auf die Idee kommt, dar\u00fcber nachzudenken, wie sich \u00fcber die Jahre offensichtlich so starke Hierarchien bilden konnten, dass ein in vielerlei Hinsicht grenz\u00fcberschreitender Typ weiterhin neue Projekte beraten darf, w\u00e4hrend der Rest des Hausprojekts entweder freiwillig aufgegeben bzw. es nicht mehr ausgehalten hat oder nun mit staatlichen Mitteln ger\u00e4umt wird. Man k\u00f6nnte sich fragen, warum es zu keiner Auseinandersetzung in der Beratungsstruktur f\u00fchrt, wenn neue Projekte um das problematische Verhalten der beiden Bewohnenden und der v\u00f6llig eskalierten Situation in der RM16 wissen und diesem Berater nicht mehr vertrauen, wenn der vom projekteigenen Konfliktfahrplan schw\u00e4rmt. Fest steht: Es&nbsp;braucht immer auch ein Umfeld, dass solch ein Verhalten \u00fcber so lange Zeit erm\u00f6glicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. &#8220;Unser Konflikt&#8221;:<\/strong>\u00a0Das\u00a0problematische Verhalten setzt\u00a0sich mittlerweile\u00a0auf\u00a0mehreren Ebenen fort, im Haus, aber vor allem auch in der \u00d6ffentlichkeit und vor Gericht. Und es gibt kaum Menschen die dem Einhalt gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns wird gesagt, dass wir &#8220;unseren Konflikt&#8221; unter uns austragen sollen. Leute damit nicht nerven. Unsere&nbsp;Updates&nbsp;und&nbsp; politischen&nbsp;Analysen nicht&nbsp;in&nbsp;linken&nbsp;Chats&nbsp;teilen&nbsp;sollen.&nbsp; <br><br>Die beiden langj\u00e4hrigen Mitbewohner*innen haben pers\u00f6nliche Informationen und Gruppenzugeh\u00f6rigkeiten von uns ver\u00f6ffentlicht. Sie haben Orte in der Stadt angeschrieben und sie aufgefordert, politischen Gruppen (die sie mit uns in Verbindung bringen wollen) keine R\u00e4ume mehr zu geben. Begr\u00fcndung: diese seien&nbsp;linksextremistisch&nbsp;und werden&nbsp;vom Verfassungsschutz beobachtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine*r&nbsp;unserer&nbsp;Mitbewohnenden wurde&nbsp;auf&nbsp;der&nbsp; <em>Take&nbsp;back&nbsp;the&nbsp;Night<\/em>&nbsp;Demo vor&nbsp;zweihundert&nbsp;Leuten k\u00f6rperlich&nbsp;angegriffen&nbsp;und&nbsp;bedroht&nbsp;(&#8220;Ich&nbsp;mach&nbsp;dir das Leben zur H\u00f6lle&#8221;, &#8220;Ich werd dich bis in deinen Schlaf verfolgen&#8221;).&nbsp; Es werden Informationen \u00fcber politische&nbsp;Strukturen und Menschen im Gericht&nbsp; preisgegeben&nbsp;und in der \u00d6ffentlichkeit verbreitet. Auch das&nbsp;hat&nbsp;keine Konsequenzen &#8211; diese Leute d\u00fcrfen weiter&nbsp;auf eure Veranstaltungen und Demos gehen, in euren Chats schreiben oder diese sogar administrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles&nbsp;was mit dem &#8220;Konflikt&#8221; zu tun hat, wird&nbsp;zu unserem Konflikt&nbsp;relativiert und&nbsp;damit&nbsp;v\u00f6llig&nbsp;entpolitisiert.&nbsp;Dabei&nbsp;handelt&nbsp;es&nbsp;sich,&nbsp;um&nbsp;problematisches Verhalten, das seit Jahren ignoriert&nbsp;wird&nbsp;und damit&nbsp;letztendlich strukturelle Probleme&nbsp;in&nbsp;unseren&nbsp;Zusammenh\u00e4ngen&nbsp;aufzeigt!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leute,&nbsp;die das Verhalten seit Jahren ignorieren, legitimieren und m\u00f6glich machen, erkl\u00e4ren uns zum Problem, weil wir dar\u00fcber sprechen und sie damit konfrontieren. Die&nbsp;vorherrschende&nbsp;Haltung&nbsp;im&nbsp;MHS&nbsp;ist: &#8220;Bitte alle ausziehen!&#8221;. Das ist keine L\u00f6sung irgendeines Problems.&nbsp;Im&nbsp;Gegenteil: Es&nbsp;hat&nbsp;eher zur Konsequenz,&nbsp;dass Menschen daf\u00fcr bestraft werden, wenn&nbsp;sie&nbsp;versuchen, problematisches&nbsp;Verhalten&nbsp;zu&nbsp;kritisieren&nbsp;und strukturelle Missst\u00e4nde zu ver\u00e4ndern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem&nbsp;haben&nbsp;auch&nbsp;wir vor Gericht&nbsp;das&nbsp;Vergleichangebot gemacht, dass&nbsp;wir bereit&nbsp;w\u00e4ren,&nbsp;auszuziehen. Uns ging es nie um unsere pers\u00f6nliche Wohnsituation (ihr k\u00f6nnt euch ja vorstellen, wie die letzten 1,5 Jahre im Haus waren), sondern um eine politische Perspektive f\u00fcr die RM16.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genauso wie manche den Weg vor Gericht scheinbar als legitimen Weg zur Durchsetzung der eigenen b\u00fcrgerlichen Rechte ergo Besitzanspr\u00fcche&nbsp;sehen, scheinen andere \u00fcberhaupt nicht begreifen zu k\u00f6nnen, dass wir nicht \u00fcber &#8220;unseren Konflikt&#8221; sprechen wollen, sondern \u00fcber unser aller Problem in den eigenen politischen R\u00e4umen und Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Fokusverschiebung durch (\u00f6ffentliche) Diffamierung:<\/strong> Die beiden alteingesessenen Bewohnenden und ihr soziales Umfeld entschieden sich schnell daf\u00fcr, ihre Version in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen. Dass es dabei nicht um Fakten ging, sondern allein um eine Verschiebung des Fokus und die \u00f6ffentliche Diffamierung unsererseits, zeigt sich an den wechselnden Narrativen:&nbsp;Erst sollten wir autorit\u00e4re Kommunist*innen sein, dann Antifeminist*innen und T\u00e4tersch\u00fctzer*innen, die sich um einen gewaltvollen Ausl\u00e4nder versammelt haben, dann&nbsp; Antisemit*innenen, die das letzte mit Israel solidarische Projekt in Dresden zerst\u00f6ren wollen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strategie: Man k\u00f6nnte sagen, dass&nbsp;einfach so viel Bullshit gepostet wird bis alle verwirrt und genervt sind. Tats\u00e4chlich ist es aber auch ein Ringen um Deutungshoheit. Die, die diffamiert werden, sind fortan nur noch mit Rechtfertigungen besch\u00e4ftigt oder werden tats\u00e4chlich sozial isoliert, da sich andere aus Angst&nbsp;distanzieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt wahrscheinlich nicht mehr viele Personen in der Stadt, die nach den letzten 1,5 Jahren nicht zu dem Schluss kommen (k\u00f6nnten), dass die beiden langj\u00e4hrigen Bewohnenden l\u00fcgen und manipulieren. Sei es im Internet, in Mediations- und Konfliktbearbeitungsversuchen oder ganz unmittelbar in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen. Doch das ist die Konsequenz von gelungener Manipulation: Die Realit\u00e4t spielt keine Rolle mehr.&nbsp; Vielmehr hei\u00dft es nach 1,5 Jahren &#8220;unseres Konflikts&#8221;&nbsp;&#8211; ja irgendwie ist alles so unklar und schwer sich zu&nbsp;positionieren! Das Machtungleichgewicht wurde wieder hergestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Gerichtsverhandlungen:<\/strong> F\u00fcr uns ist klar, dass wir keine Gerechtigkeit vom Staat zu erwarten haben. Die Story, in der einer unserer Mitbewohner mit rassistischen Stereotypen als gewaltvoller Ausl\u00e4nder diffamiert wird, wurde beispielsweise von der Richterin&nbsp;in&nbsp;einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/rm16bleibt.org\/?p=171\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gewaltschutzklage<\/a> vor Gericht (Hallo T\u00e4ter-Opfer-Umkehr!) dankbar aufgegriffen und mit weiteren rassistischen Narrativen in der Urteilsbegr\u00fcndung gespickt. Es&nbsp;trifft zuerst&nbsp;immer die vulnerabelsten Personen. So wurde sich auch die&nbsp;klassistische Argumentation gegen&nbsp;eine unserer Mitbewohnende vor Gericht von der gegnerischen&nbsp;Anw\u00e4ltin&nbsp;zu nutze gemacht und damit Diskriminerung fortgesetzt, die bereits im Zusammenleben ausge\u00fcbt wurde. Die beiden alteingesessenen Bewohnenden sind vor Gericht nicht nur&nbsp;offen als Vermieter*innen aufgetreten, sondern haben auch&nbsp;Screenshots und Nicknames von unserem Haussignalchat als vermeintliche Beweise herangef\u00fchrt. Was der Staat durch diese Klagen&nbsp;an Informationen \u00fcber uns erh\u00e4lt, haben sie entweder bewusst in Kauf genommen oder gezielt gegen uns eingesetzt, da sie wissen, dass wir politisch aktiv und daher von Repression betr<em>o<\/em>ffen sind. Wir sitzen&nbsp;vermeintlich&nbsp;linken Szeneanw\u00e4lt*innen&nbsp;der Roten Hilfe in&nbsp;diesen&nbsp;Prozessen&nbsp;gegen\u00fcber, die nach unseren Signalnicknames gefragt haben,&nbsp;uns&nbsp;als &#8220;Kriminelle&#8221; bezeichneten und uns mit der Polizei drohten,&nbsp;wie&nbsp;beispielsweise&nbsp;RA&nbsp;Malkus&nbsp;aus&nbsp;Leipzig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Auch in der &#8220;Linken&#8221; setzen sich&nbsp;konservative&nbsp;Werte und autorit\u00e4res Verhalten&nbsp;fort. Gemeingut wird lieber privatisiert als sich kollektiven Prozessen und eigenen Verhaltensmustern&nbsp;zu stellen.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Menschen, die problematisches Verhalten und&nbsp;strukturellen Machtmissbrauch&nbsp;ansprechen,&nbsp;werden&nbsp;zum&nbsp;Problem&nbsp;gemacht&nbsp;und&nbsp;isoliert,&nbsp;da&nbsp;sie&nbsp;den&nbsp;Frieden&nbsp;st\u00f6ren.&nbsp;Anstatt Haltung zu zeigen, wird&nbsp;gewaltvolles Verhalten entpolitisiert.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Wir&nbsp;m\u00fcssen&nbsp;Verantwortung&nbsp;\u00fcbernehmen,&nbsp;wenn&nbsp;Projekte&nbsp;in&nbsp;Schieflage&nbsp;geraten,&nbsp;denn&nbsp;umso l\u00e4nger wir die Probleme ignorieren, umso gr\u00f6\u00dfer werden sie\/&nbsp;umso schwieriger wird es sie zu l\u00f6sen und um so mehr Leid bringen sie mit sich.<\/li>\n\n\n\n<li>Es muss elementarer Teil unserer politischen Praxis sein, kollektiv L\u00f6sungen f\u00fcr soziale Probleme zu erarbeiten und uns darin ernst zu nehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Es muss soziale Konsequenzen geben, wenn Personen sich verweigern, Verantwortung f\u00fcr ihr Verhalten zu \u00fcbernehmen. Wir k\u00f6nnen nicht darauf warten, dass Gerichte vermeintlich Probleme f\u00fcr uns l\u00f6sen, sodass wir in der Vermeidung bleiben k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn Gossip in der Szene nicht hinterfragt und direkt konfrontiert wird, schadet es nicht nur auf menschlicher Ebene, sondern wird auch zum Repressionsproblem&nbsp;in den eigenen Strukturen.<\/li>\n\n\n\n<li>Es scheint kaum Ans\u00e4tze und Erfahrung zum Umgang mit&nbsp;psychischer Gewalt abseits von romantischen Beziehungen&nbsp;zu geben. Es wurde schlicht&nbsp;nicht wahrgenommen, welche&nbsp;Rolle das&nbsp;innerhalb unseres Konflikts spielt und wie sich das psychisch und k\u00f6rperlich auf uns auswirkt. Gibt es keine Differenzierung zwischen Konflikt und Gewalt und keine tats\u00e4chliche Analyse der Situation, werden Versuche sich zu sch\u00fctzen, schlimmstenfalls gegen einen verwendet (Gewalt kann nie ohne Kontext verstanden werden!)<\/li>\n\n\n\n<li>Wir bestimmen als Szene selbst dar\u00fcber, ob wir einen Ort wie die RM16 aufgeben wollen oder nicht. Wir k\u00e4mpfen daf\u00fcr, weil wir der Meinung sind, dass es angesichts der politischen Situation eine wichtige Ressource ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben in den letzten 1,5 Jahren Fehler gemacht und daraus gelernt und wir denken, dass es f\u00fcr alle wichtig ist, zu verstehen, was hier passiert ist:<br>F\u00fcr alle, die sich die M\u00fche machen wollen, es nachzuvollziehen. Wir haben&nbsp;uns entschieden, eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/rm16bleibt.org\/?page_id=188\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chronologie<\/a> zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>United&nbsp;we stand &#8211; divided we fall!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Danke an alle, die den Mut haben, unbequeme Positionen einzunehmen, Kritik zu \u00e4u\u00dfern&nbsp;und unerm\u00fctlich&nbsp;zu unterst\u00fctzen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten von uns&nbsp;wohnen seit&nbsp;zwei Jahren,&nbsp;manche von uns schon 4,5 Jahre, in der&nbsp;RM16 &#8211;&nbsp;einem&nbsp;Projekt&nbsp;des&nbsp;Mietsh\u00e4usersyndikats. Seit anderthalb Jahren befinden wir uns in einer Situation, die&nbsp;wir uns nicht haben tr\u00e4umen lassen.&nbsp;Sie begann damit, dass wir problematisches Verhalten von&nbsp;zwei alteingesessenen Bewohnenden&nbsp;kritisiert haben.&nbsp;Ihre&nbsp;Reaktion&nbsp;darauf:&nbsp; die&nbsp;Forderung&nbsp;unseres &nbsp;Auszugs, &nbsp; die&nbsp;K\u00fcndigung&nbsp;unserer&nbsp;Mietvertr\u00e4ge und&nbsp;6&nbsp;Klagen&nbsp;vor&nbsp;Gericht. Gestern&nbsp;hat das Gericht die&nbsp;R\u00e4umungsklage&nbsp;bewilligt,&nbsp;die die&nbsp;zwei&nbsp;langj\u00e4hrigen &nbsp;Bewohnenden&nbsp;gegen &nbsp;die restliche Hausgemeinschaft eingereicht haben. 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