Wie man “Völkerabfälle” loswird – Rassismus gegen Slawen in der deutschen Linken am Beispiel des RM16-Hausprojekts – 21.10. AZ-Conni 18:30

In seinem 1849 verfassten Artikel bezeichnet Friedrich Engels die südslawischen Bevölkerungsgruppen Österreichs als “Völkerabfälle”. Später argumentiert er: “Abgesehen von den Polen, den Russen und höchstens den türkischen Slawen hat kein slawisches Volk eine Zukunft, aus dem einfachen Grund, dass allen anderen Slawen die grundlegenden historischen, geografischen, politischen und industriellen Voraussetzungen für Unabhängigkeit und Lebensfähigkeit fehlen.” Die Tradition, Slawen als minderwertige Menschen zu betrachten, ist in der deutschen Geschichte seit langem präsent und hat auch in linken Kreisen ihren Platz. Die Vergangenheit mag diese Haltung zwar ein wenig verändert haben, doch die allgemeine Debatte zu diesem Thema ist nach wie vor kompliziert und oft abwertend.

ENGLISH BELLOW

Mit diesem Vortrag möchten wir einen kurzen historischen Überblick darüber geben, wie die Slawen in der deutschen Gesellschaft im Laufe der Geschichte wahrgenommen wurden. Anschließend werden wir darüber sprechen, welche problematischen Züge die moderne deutsche Linke aufweist, inwiefern “Westsplaining” mit rassistischen Einstellungen gegenüber Slawen zusammenhängt und wie diese Stereotypen derzeit im Zusammenhang mit dem Kampf um die RM16 instrumentalisiert werden. Es wird auch darum gehen, wie bestimmte, von der Dresdner linken Szene tolerierte, Personen mit dem deutschen Staat zusammenarbeiten, um sich mithilfe diskriminierender Praktiken persönliche Privilegien zu sichern.

Dieser Vortrag wird von Mitgliedern der RM16-Hausgemeinschaft gehalten, aber repräsentiert möglicherweise nicht die Meinungen des gesamten Hauses.


How to get rid of Völkerabfälle – racism against Slavs in the German left on the example of the RM16 house project

In his article written in 1849, Friedrich Engels describes the South Slavic groups of Austria as Völkerabfälle. Later he argues, “Apart from the Poles, the Russians, and at most the Turkish Slavs, no Slav people has a future, for the simple reason that all the other Slavs lack the primary historical, geographical, political and industrial conditions for independence and viability”. The tradition of seeing Slavs as lesser humans has been long present in German history, and it has its own place in leftist circles. The past might have changed the attitude a bit, but the general conversation on that matter continues to be complicated and often dismissive

With this talk we would like to have a short historical view on how the Slavs were perceived in German society historically. After that we will have a conversation about the problematic traits of the modern German left, how Westsplaining is connected with racist attitudes towards Slavs, and how those stereotypes are currently being used in connection with the struggle around RM16. How certain parts of the people tolerated inside Dresden left scene work together with the German state to secure personal privileges with the help of discriminatory practices.

This talk is done by several members of the RM16 house community and might not represent opinions of the whole house.